Tag rund ums Pferd

Auch in diesem Jahr ist es Cheforganisator Helmut Fokkena zusammen mit dem Reiterverband Oldenburg, vertreten durch Michael George, wieder gelungen, eine bunte Mischung rund ums Pferd zu einem Schauprogramm zusammenzustellen, das bundesweit seinesgleichen sucht. Der diesjährige Tag rund ums Pferd auf dem Oldenburger Pferdemarkt wird erstmalig um einen interessanten Programmpunkt erweitert: die Ponyliga des Reiterverbands Oldenburg! Danach erwartet den Zuschauern wieder die gewohnte Mischung aus Reiten in verschiedenen Reitweisen und mit vielen verschiedenen Pferderassen. Das Aufgebot der Oldenburg Schausteller erinnert an alte Zeiten, wo der Pferdemarkt ein traditionsreicher Treffpunkt nicht nur für Pferdeleute war.

Termin: Sonntag, 13. September 2015

10 bis 17 Uhr auf dem Oldenburger Pferdemarkt

Tag rund ums Pferd

Am 14. September 2014 findet der 12. "Tag rund ums Pferd" auf dem Oldenburger Pferdemarkt statt

Unter der Leitung von Helmut Fokkena, Vorsitzender der Fördergemeinschaft Oldenburger Pferdesport e. V., findet auch in diesem Jahr traditionell am zweiten Sonntag im September von 11 bis 18 Uhr der "Tag rund ums Pferd" auf dem Oldenburger Pferdemarkt statt. Veranstalter ist der Reiterverband Oldenburg e. V. mit der tatkräftigen Unterstützung der Reit- und Fahrschule Oldenburg e. V.. Der Tag rund ums Pferd gehört zu den wichtigsten breitensportlichen Attraktionen in Norddeutschland. „Ziel ist es, wie in den Jahren zuvor, so viele verschiedene Pferderassen wie möglich auf dem Pferdemarkt zu präsentieren“, sagt Fokkena. „Wir möchten mit diesem Tag Jung und Alt an das Thema Pferd heranführen.“

Bilder von 2013 (von Peter Porikis)

Interessenten, die sich mit Darbietungen oder einen Informationsstand am Tag rund ums Pferd beteiligen wollen, können sich bei Helmut Fokkena unter Tel. 44313 oder 0152/56427372 melden.

Zweiter Vortrag im Landesmuseum "Natur & Mensch":

Vom Wirtschaftsgut zum Diplomatengold – Pferdezucht in Oldenburg zu Graf Anton Günthers Zeiten

Referent: Alexander Mühlbauer

Alexander Mühlbauer ist Rechtsanwalt in Oldenburg und als 2. Vorsitzender der Fördergemeinschaft Oldenburger Pferdesport e.V. in der Interessengemeinschaft ‚Pferdesportstadt‘ aktiv. Neben dem Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg und Göttingen hat er Mittlere und Neuere Geschichte, Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Er referierte im Rahmen der Ausstellung „Vom Urpferd zum Sportpferd“ im Landesmuseum Natur und Mensch am Damm 38-44 in Oldenburg am 20.Februar 2014 über die Pferdezucht zur Zeit Graf Anton Günthers.
 

Die Förderung der Oldenburger Pferdezucht zur beginnenden Neuzeit bis hin zum Einsatz des Pferdes als Faustpfand einer aktiven und erfolgreichen Diplomatie im 30-jährigen Krieg verbinden sich vor allem mit dem Namen des Oldenburger Herrschers Graf Anton Günther von Oldenburg (1583 – 1667).

Welche Bedeutung dies für die Stadt im interkonfessionellen Konflikt des europäischen Flächenbrands (1618 – 1648) hatte und wie die historischen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen waren, beleuchtet dieser Vortrag. Er befasst sich im Wesentlichen mit der Entwicklung der Pferdezucht lange vor Anton Günthers Zeiten und seiner Bedeutung für die wirtschaftliche Förderung und Konsolidierung des Landes. Aber auch die Überlieferung der historischen Begebenheiten hat eine eigene Geschichte, wie sich historische Ereignisse einprägen und wie sie in der kollektiven Erinnerung haften bleiben.

Frage: Herr Mühlbauer, welches Bild haben wir gemeinhin vom Grafen Anton Günther und entspricht dieses Bild den historischen Tatsachen?

Mühlbauer: Anton Günther gehört zu den herausragenden historischen Persönlichkeiten der Neuzeit im nordwestdeutschen Raum. Zum einen, weil er sehr lange und in den Wirren des dreißigjährigen Kriegs regierte. Zum anderen, weil er für fast 100 Jahre der letzte sein sollte, der unmittelbar von Oldenburg aus das Land regierte, bevor über Jahrzehnte nach seinem Tod die dänischen Könige aus der Ferne herrschten. Seine Herrschaft lässt sich nicht auf Pferdezucht und militärische Neutralität im Dreißigjährigen Krieg reduzieren. Plakative Bezeichnungen wie Pferdegraf und Friedensfürst stilisieren mehr und verstellen den Blick auf die historische Person.

Frage: Graf Anton Günther gilt gemeinhin als Begründer der Oldenburger Pferdezucht. Entspricht dies der historischen Wahrheit?

Mühlbauer: Diese Einschätzung verbindet sich naturgemäß mit dem Bild des reitenden Grafen, der Pferde züchtet und edle Rösser zur Verschonung der Stadt vor plündernden Truppen eintauscht. Tatsächlich haben jedoch schon sein Vater und Großvater für die Pferdezucht den Grundstein gelegt und diese vorangetrieben. Dass auch Mastochsen und anderes Gut als „Tauschware“ im Dreißigjährigen Krieg herhielten, geht immer wieder geflissentlich unter. Es tut ganz gut, wenn man von Zeit zu Zeit die Symbolgestalt der oldenburgischen Geschichte mit den historischen Fakten abgleicht.

Frage: Die Diskussion um die Würdigung des Grafen Anton Günther wird immer wieder befeuert von der Diskussion um ein Denkmal für den Grafen in der Stadt?

Mühlbauer: Es geht hier weniger um die historisch richtige Einordnung des Grafen, als um die Frage der Erinnerungskultur. Der Anachronismus in der Denkmalfrage ist ein doppelter: historisierende Abbilder von Reiterstandbildern werden schon seit mehr als 100 Jahren nicht mehr im öffentlichen Raum aufgestellt; und die, die wir haben, wurden in der Regel zumindest auf posthumen Wunsch desjenigen errichtet, der oben drauf saß, nicht auf Wunsch derjenigen, die innerlich oder äußerlich davor oder genauer: darunter den Hut ziehen sollten.

Videoaufzeichnug im Landesmuseum am 20. Februar 2014:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Teil 6